Die Kunst des asymmetrischen Doppel-Pivots: Arsenals Mittelfeld...
2026-03-22
In der sich ständig weiterentwickelnden taktischen Szene der Premier League geht Arsenal unter Mikel Arteta weiterhin an die Grenzen. Während viel über ihre flüssige Angriffsreihe und starke defensive Struktur gesprochen wurde, ist es der detaillierte Einsatz ihres Doppel-Pivots, der in dieser Saison wirklich herausragt. Vergessen Sie die traditionelle symmetrische Paarung; Arsenal perfektioniert den asymmetrischen Doppel-Pivot, und es ist eine Meisterklasse in moderner Mittelfeldmanipulation.
Im Mittelpunkt steht das dynamische Zusammenspiel zwischen Declan Rice und Martin Ødegaard. Zuvor agierte Ødegaard fast ausschließlich als Zehner, ein kreativer Dreh- und Angelpunkt hinter dem Stürmer. Die Saison 2025/26 hat jedoch eine subtile, aber bedeutende Verschiebung gezeigt. Im Ballbesitz, insbesondere in der Aufbauphase, lässt sich Ødegaard oft tiefer fallen als seine nominelle Position und fungiert fast als zweiter tiefer Spielmacher neben Rice. Dies ist keine dauerhafte Positionsänderung, sondern ein taktischer Auslöser, der aktiviert wird, wenn Arsenal versucht, ein pressendes gegnerisches Mittelfeld zu umgehen.
Diese tiefere Positionierung ermöglicht es Ødegaard, den Ball mit mehr Raum und Zeit zu erhalten, abseits der unmittelbaren Aufmerksamkeit der gegnerischen defensiven Mittelfeldspieler. Von hier aus kommt seine exquisite Passgenauigkeit zum Vorschein. Wir haben gesehen, wie er in dieser Saison 87 % seiner langen Pässe abgeschlossen hat, oft Gabriel Martinelli oder Bukayo Saka mit millimetergenauen Diagonalpässen findet, die die gegnerische Abwehr auseinanderziehen. Dieser Schachzug schafft im Wesentlichen ein dreiköpfiges tiefes Mittelfeld, wenn Ben White auf der rechten Seite hoch schiebt, was eine numerische Überlegenheit und eine verbesserte Ballzirkulation gegen kompakte Pressing-Formationen bietet.
Was dies wirklich asymmetrisch macht, ist Rices anschließende Rolle. Während Ødegaard sich fallen lässt, erhält Rice die Lizenz, nach vorne zu stürmen, oft die Halbräume zu besetzen oder sogar späte Läufe in den Strafraum zu machen. Das ist nicht der Declan Rice von West Ham, der sich ausschließlich auf das Unterbrechen des Spiels konzentriert. Er hat sich zu einem kompletten Mittelfeldspieler entwickelt, und in dieser Saison erzielt er durchschnittlich 1,2 Schüsse pro Spiel aus dem Strafraum, eine deutliche Steigerung gegenüber früheren Kampagnen. Sein Tor gegen Brighton im letzten Monat, ein kraftvoller Schuss nach einem späten Lauf in den Strafraum, war ein Paradebeispiel für diese fortgeschrittene Positionierung.
Taktisch schafft dies ein faszinierendes Dilemma für gegnerische Trainer. Wenn sie einen Spieler abstellen, um Ødegaard tief zu verfolgen, kann dies Raum für Rice schaffen, um höher auf dem Spielfeld auszunutzen. Umgekehrt, wenn sie sich darauf konzentrieren, Rices Vorstöße einzudämmen, hat Ødegaard mehr Freiheit, das Spiel aus der Tiefe zu diktieren. Die Fluidität ihrer Rollen ist entscheidend. Sie sind nicht an bestimmte Zonen gebunden; vielmehr werden ihre Bewegungen von der Spielphase und der defensiven Formation des Gegners diktiert.
Der Einfluss auf Arsenals Angriffsleistung ist unbestreitbar. Sie erzeugen mehr Chancen aus zentralen Bereichen, mit durchschnittlich 15,3 kreierten Chancen pro Spiel, gegenüber 13,8 in der letzten Saison. Die Fähigkeit, durch Ødegaard aus der Tiefe Linien zu durchbrechen, gepaart mit Rices späten Ankünften in gefährlichen Bereichen, macht sie unglaublich schwer zu verteidigen. Dieser asymmetrische Doppel-Pivot geht nicht nur darum, das Mittelfeld zu kontrollieren; es geht darum, es zu bewaffnen, es in eine Startrampe für ihr potentes Angriffstalent zu verwandeln. Es ist ein Beweis für Artetas taktisches Geschick und das Verständnis und die Ausführung eines komplexen, aber hochwirksamen Systems durch die Spieler.