💰 Transfer News 📖 5 min read

Watkins zu Everton: Eine riskante Wette auf Torschützen

Article hero image
· ⚽ football

Evertons Stürmersuche: Ein Watkins-großes Fragezeichen

Es ist so: Everton braucht Tore. Das sehen wir schon seit Saisons, ein verzweifelter Kampf, einen zuverlässigen Torschützen zu finden. Dominic Calvert-Lewins Verletzungssorgen und inkonsistente Form haben eine klaffende Lücke an der Spitze ihres Angriffs hinterlassen, wobei die Toffees in der letzten Premier League-Saison nur 34 Tore erzielten, die zweitniedrigste Bilanz.

Nun deuten Gerüchte aus Finch Farm darauf hin, dass Ollie Watkins, Aston Villas Hauptstürmer, auf ihrem Radar ist. Und nicht nur ein flüchtiger Blick, sondern ein ernsthaftes, 'das müssen wir schaffen'-Interesse. Es ist ein Schritt, der auf dem Papier einen bewährten Premier League-Torschützen nach Goodison bringt, aber der Preis und die Passform werfen einige Fragen auf.

Das taktische Konzept: Kann Dyche Watkins entfesseln?

Watkins, 27, ist seit seinem Wechsel von Brentford im Jahr 2020 für 28 Millionen Pfund ein beständiger Leistungsträger für Aston Villa. Er erzielte in der letzten Premier League-Saison 15 Tore, ein Karrierehoch, und gab elf Vorlagen in allen Wettbewerben. Er ist schnell, intelligent in seinen Läufen und arbeitet unermüdlich ohne Ball – alles Eigenschaften, die Sean Dyche typischerweise schätzt.

Unter Unai Emery im Villa Park hat Watkins in einem flüssigeren, konterorientierten System aufblühen können, oft als alleiniger Stürmer agierend, aber mit kreativen Spielern wie Leon Bailey und Emiliano Buendía, die ihn unterstützten. Er ist es gewohnt, sich tief fallen zu lassen, um das Spiel zu verknüpfen und dann in den Strafraum zu stürmen. Bei Everton ist Dyches Aufstellung oft direkter, basierend auf physischer Präsenz und schnellen Übergängen. Kann Watkins sich an die Rolle des primären Zielspielers in einer weniger ballbesitzorientierten Mannschaft anpassen?

„Watkins hat gezeigt, dass er in der Premier League Tore schießen kann, das ist unbestreitbar“, sagte mir kürzlich ein Scout, mit dem ich gesprochen habe. „Aber er war am besten, wenn er Läufer um sich hatte und ein System, das seine Stärken des Pressings und des schnellen Umschaltens ausnutzt. Evertons aktuelle Aufstellung, besonders ohne einen konstanten kreativen Funken im Mittelfeld, könnte von ihm eine andere Art von Stürmer verlangen, als er es gewohnt ist.“

Wenn Dyche Watkins auf die Flügel drängen wollte, wie er es gelegentlich mit Dwight McNeil bei Burnley tat, würde sich das wie eine Verschwendung seiner Torjägerinstinkte anfühlen. Er ist ein Mittelstürmer, schlicht und einfach. Und ehrlich gesagt braucht Everton jemanden, der den Ball aus zentralen Positionen ins Netz befördert.

Der finanzielle Drahtseilakt: Eine große Herausforderung für die Toffees

Hier wird es wirklich interessant und potenziell problematisch für Everton. Watkins unterzeichnete im Oktober 2023 einen neuen langfristigen Vertrag mit Villa, der ihn bis 2028 an den Verein bindet. Das ist eine starke Verhandlungsposition für Villa, die derzeit in der Liga hoch im Kurs stehen und nicht daran interessiert wären, einen ihrer Starspieler abzugeben, insbesondere an ein anderes Premier League-Team.

Meine Quellen deuten darauf hin, dass Villa eine Ablösesumme von über 60 Millionen Pfund, möglicherweise näher an 70 Millionen Pfund, fordern würde. Für einen Verein wie Everton, der mit erheblichen Financial-Fairplay-Prüfungen konfrontiert war und für das Geschäftsjahr 2022/23 Verluste von 89,1 Millionen Pfund verzeichnete, ist das eine enorme Ausgabe. Ihre Ausgaben stehen schon seit einiger Zeit unter Beobachtung, und ein Transfer dieser Größenordnung wäre ein massives Risiko.

Man bedenke: Everton gab 2018 45 Millionen Pfund für Richarlison aus, was damals schon viel war. Watkins' potenzielle Ablösesumme würde das in den Schatten stellen. Es würde ihn zu einem der teuersten Neuzugänge in der Geschichte des Vereins machen. Und für ein Team, das immer noch am unteren Ende der Tabelle kämpft, birgt eine solche Investition immensen Druck.

Vergleiche könnten mit West Hams 45-Millionen-Pfund-Erwerb von Sébastien Haller im Jahr 2019 gezogen werden, ein Transfer, der nicht ganz wie erwartet verlief, oder sogar Manchester Uniteds 72 Millionen Pfund für Rasmus Højlund, der sich noch zurechtfindet. Der Premier-League-Markt für bewährte Stürmer ist brutal, und die Preise sind überhöht. Everton hat einfach nicht den Luxus, bei einem Spieler dieser Preisklasse einen Fehler zu machen.

Auswirkungen auf beide Seiten: Villas Verlust, Evertons Gewinn (oder Schmerz)?

Für Aston Villa wäre der Verlust von Watkins ein erheblicher Schlag. Er ist nicht nur ein Torschütze; er ist ein Anführer auf dem Platz, gibt den Ton für ihr Pressing an und bietet einen Anspielpunkt für ihre Angriffe. Emery hat sein System um Spieler wie Watkins herum aufgebaut, und seine Leistung und Arbeitsmoral zu ersetzen, wäre selbst mit erheblichen Mitteln eine schwierige Aufgabe.

Villa drängt auf den europäischen Fußball, und der Verkauf eines Schlüsselspielers an einen Rivalen – selbst einen angeschlagenen – würde eine seltsame Botschaft an die Fans senden. Es sei denn, Watkins drängt ausdrücklich auf einen Wechsel,

← Zurück zu EPL One